G-Dur

1. Das Skelett: Die G-Dur Tonleiter

G-Dur hat genau ein Kreuz (♯). Dieses Kreuz erhöht das F zu einem Fis.

  • Töne: G – A – H – C – D – E – Fis – G
  • Der Piano-Check: Man spielt sechs weiße Tasten und eine schwarze Taste. Das Fis ist die oberste Taste der Dreiergruppe der schwarzen Tasten.

Der Fingersatz (Standard)

Um die Tonleiter flüssig zu spielen, nutzt man den klassischen „Daumenuntersatz“:

  • Rechte Hand: 1 – 2 – 3 (Daumen unter 3) 1 – 2 – 3 – 4 – 5
  • Linke Hand: 5 – 4 – 3 – 2 – 1 (3 über Daumen) 3 – 2 – 1

2. Die Anatomie der Akkorde (Harmonielehre)

Wenn du in G-Dur improvisieren oder Songs begleiten willst, sind diese drei Akkorde dein „Werkzeugkasten“ (die Kadenz):

FunktionAkkordTöneGriff am Klavier
Tonika (Zentrum)G-DurG – H – DWeiß – Weiß – Weiß
SubdominanteC-DurC – E – GWeiß – Weiß – Weiß
DominanteD-DurD – Fis – AWeiß – Schwarz – Weiß

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Der Clou: Der D-Dur Akkord (die Dominante) erzeugt durch das Fis eine Spannung, die den Hörer förmlich zurück zum G-Dur „zieht“. Das Fis ist hier der sogenannte Leitton.


3. Besonderheiten am Piano

Die Haptik

G-Dur ist haptisch sehr dankbar. Während C-Dur völlig flach ist, gibt das Fis der Hand eine Orientierung. Der Ringfinger (RH) oder Zeigefinger (LH) landet ganz automatisch auf der Erhöhung der schwarzen Taste. Das hilft beim „blinden“ Navigieren.

Der Klangcharakter

In der Barockzeit und Klassik wurde G-Dur oft als hell, glänzend und ländlich beschrieben. Viele berühmte Stücke für Tasteninstrumente nutzen diese Tonart für eine fröhliche, aber edle Stimmung.


4. Berühmte „Piano-Momente“ in G-Dur

Wenn du wissen will, wie G-Dur in der Praxis klingt, solltest du dir diese Meilensteine anschauen:


G-Dur ist die absolute Standard-Tonart für Pop, Folk und Rock, weil sie auf dem Klavier (und der Gitarre) so gut liegt.

Hier ist ein Begleitmuster, das du in 5 Minuten lernen kannst und das nach „echtem“ Songwriting klingt.


5. Der 4-Akkorde-Pop-Move (G-Dur Edition)

Fast jeder zweite Hit im Radio nutzt die gleichen vier Akkorde. In G-Dur sind das:

G-Dur – D-Dur – E-Moll – C-Dur

1. Die Griffe (Rechte Hand)

Übe zuerst die reinen Akkorde in ihrem Dreiklang:

  • G: G – H – D
  • D: Fis – A – D (Das ist eine Umkehrung, so musst du die Hand kaum bewegen!)
  • Em: G – H – E
  • C: G – C – E

2. Das Fundament (Linke Hand)

Die linke Hand spielt einfach den Grundton als tiefe Oktave oder als Einzelton:

G → D → E → C


Das Rhythmus-Pattern: „The Pop Pulse“

Damit es nicht nach Kirchenlied klingt, sondern nach Pop, nutzen wir einen synkopierten Rhythmus. Das bedeutet, ein Anschlag kommt kurz vor dem Taktschlag.

Der Rhythmus (4/4 Takt):

Zähle: 1 + 2 + 3 + 4 +

  • 1: Beide Hände gleichzeitig.
  • + (nach der 2): Nur die rechte Hand schlägt kurz „dazwischen“.
  • 4: Nur die rechte Hand.

Tipp: Stell dir vor du wärst ein Schlagzeuger. Die linke Hand ist die Bass-Drum (auf der 1), die rechte Hand ist die Snare- bzw. Klavierbegleitung.


3. Die Übung: „Der Hit-Generator“

Spiele diese Abfolge in einer Endlosschleife spielen:

TaktAkkordFeeling
1G-DurHeimathafen, stabil
2D-DurStrahlend, energisch
3E-MollEmotional, ein bisschen „deep“
4C-DurHoffnungsvoll, löst die Spannung auf

Bekannte Songs, die genau diese Struktur (oder Variationen davon) nutzen:

  • Perfect – Ed Sheeran (in G-Dur geschrieben!)
  • Let It Be – The Beatles (in C-Dur, aber das Prinzip ist identisch)
  • All Of Me – John Legend

Was du jetzt tun kannst (Der nächste Schritt)

Wenn du diese Akkorde flüssig wechseln kannst, versuche, während du mit der linken Hand den Rhythmus weiterspielt, mit der rechten Hand kleine Melodien nur mit den Tönen der G-Dur Pentatonik (G, A, H, D, E) zu erfinden. Was eine Pentatonik ist findest du im Menü Piano unter Pentatonik und hier.

Es wird sofort nach einem fertigen Song klingen.